Was versteht man unter dem Bibelcode?

Man nehme die Bibel in hebräischer Sprache (Tanach genannt).  Nun löscht man alle Leerzeichen und Zeilenumbrüche heraus. Es entsteht ein langer aneinandergereiter Text ohne Absätze und Überschriften. Wählt man dann ein Intervall von x Zeichen und pickt sich jeden x Buchstaben heraus, entsteht ein neuer Text mit neuem Inhalt.

Rabbi Weissmantel war einer der ersten, der dieses Vorgehen in unserer heutigen Zeit wiederentdeckt und bekannt gemacht hat. Er zeigte auf, dass wenn man vom ersten „T“ im 1. Buch Mose ausgehend, jeden 49. Buchstaben abzählte das Wort „Torah“ erhielt. Dies findet sich auch im 2. Buch Mose und im 4. und 5. Buch Mose funktioniert es rückwärts. Im 3. Buch ist Torah nicht aufzufinden, stattdessen kann in einem Intervall von 8 Buchstaben folgendes Tetragrammaton, beginnend mit dem ersten J gefunden werden, das eine Symmetrie um den Namen Gottes bildet: Torah-Torah-HaSchem-Harot-Harot

Später widmeten sich viele weitere Wissenschaflter diesem Thema, darunter der Mathematikprofessor Eliyahu Rips und der Physiker  Doron Witztum. Zusammen mit anderen Personen entwickelten sie auch ein Computerprogramm, mit dem es recht einfach wurde, die Thora nach solchen Intervall-Begriffen und -Texten zu durchsuchen.

Richtig bekannt wurde der Bibelcode später durch den Author Michael Drosnien, der in der Thora auch zukünftige Ereignisse gefunden haben will und das Thema sehr populärwissenschaftlich ausgeschlachtet hat.

 

Wichtig dabei ist zu wissen, dass die neuen Texte und Begriffe, die durch die o.g. Intervalle gefunden werden, und zusammen ein neues Thema "umschreiben", nicht breit verteilt im ganzen Text liegen, sondern 

  1. jeweils an der "gleichen" Stelle im Text, d.h. meist innerhalb einer Seite, nur eben durch unterschiedliche Intervalle zu finden sind. Und
  2. oftmals inhaltlich zu dem Thema passt, welches sich als blanker Text an dieser Stelle (dem Abschnitt oder Kapitel) in der Thora befindet.

Weitere ausführliche und interessante Informationen zum Bibelcode gibt es auf den Seiten von Heinz Schumann

Wer sich weiter mit dem Bibelcode auseinandersetzen möchte, dem empfehle ich folgende Bücher:

  1. "Der Bibelcode" von Michael Drosnin, 1997, ISBN: 3-453-12923-7
  2. "Die verborgene Botschaft der Bibel" von Jeffrey Satinover, ISBN 3-442-15012-4